Fleischlose Ernährung: Vegetarier, Veganer, Pescetarier und Co.

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Dass Vegetarier kein Fleisch essen, ist eine allzu simple Binsenweisheit, denn es gibt viele verschiedenen Versionen des Verzichts.

Ausschlaggebend sind die Gründe für die Beschränkung auf pflanzliche Nahrungsmittel, einige sind ideeller Natur, andere wiederum auf gesundheitliche Ziele ausgerichtet. Wichtig ist, dass jeder sich mit seiner Art der fleischlosen Ernährung wohlfühlt.

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Die 8 verschiedenen Arten, fleischlos zu leben

Für eine bessere Orientierung in der weiten Welt des Vegetarismus’ lohnt sich ein Blick auf die verschiedenen Ausprägungen. Die acht unterschiedlichen Varianten zeigen uns, dass Fleischverzicht tatsächlich nicht gleich Fleischverzicht ist:

Halbvegetarier ersetzen nur einen Teil ihres vorherigen Fleischkonsums durch Obst, Gemüse, Getreide und Milchprodukte. Hin und wieder lassen sie sich auch mal eine Scheibe Wurst oder ein Schnitzel schmecken, allerdings sehr bewusst und bevorzugt direkt vom Bio-Hof.

Lacto-Vegetarier halten neben dem Fleisch auch Fisch und Eier aus ihrem Speiseplan fern. Die einzigen tierischen Erzeugnisse, die sie zu sich nehmen, sind Milch und Milchprodukte, daher stammt auch ihre Bezeichnung: Das lateinische Wort »lacto« heißt so viel wie »Milch«.

Ovo-Vegetarier hingegen essen weder Fleisch noch Milchprodukte und auch keinen Fisch, aber Eier kommen durchaus auf den Teller. »Ovo« bedeutet nämlich »Ei«, es handelt sich also um Menschen, die auf alle tierische Produkte außer auf Eier verzichten.

Ovo-Lacto-Vegetarier trinken zu ihren Eiern auch mal ein Glas Milch, verbannen aber ansonsten sämtliche tierische Lebensmittel aus ihrer Küche. Fische sind im Normalfall ebenfalls tabu.

Veganer nehmen die Verbannung tierischer Nahrungsmittel ganz besonders ernst, sie essen eigentlich nichts, was mit Tieren zu tun hat. Sowohl Fleisch als auch Eier, Milch und häufig sogar Honig lassen sich nicht mit ihrem Speiseplan vereinbaren. Der Sänger Bryan Adams gilt als prominentes Beispiel für diesen höchst respektvollen Lebensstil gegenüber unseren Mitlebewesen.

flowers-1310014_1280.jpgRohköstler üben den kompletten Tierproduktverzicht aus und ihr Gemüse genießen sie ausschließlich ungekocht: So bleiben die wertvollen Inhaltsstoffe der nährstoffreichen Pflanzen bestmöglich erhalten.

Puddingvegetarier verzichten normalerweise aus ethischen Gründen auf Fleisch und höchst selten der Gesundheit zuliebe. Sie essen bedenkenlos Süßigkeiten und Fertigprodukte ohne Fleisch- oder Fischanteil und sind alles andere als Kalorienzähler. Der Profi-Pokerspieler Daniel Negreanu versuchte beispielsweise zu Anfang, Fleisch durch massenweise Käse-Pizza zu ersetzen, inzwischen lebt er jedoch gesundheitsbewusst vegetarisch.

Pescetarier essen weder das bei uns handelsübliche Fleisch von gleichwarmen Tieren noch Reptilien oder Amphibien. Für einen leckeren Fisch oder schmackhafte Meeresfrüchte können sie sich jedoch durchaus erwärmen. Ihre Motivation liegt häufig in der gesunden Lebensweise, die durch den Schwenk auf eine mediterran angehauchte Küche erreicht wird.

Das Leben von Tieren achten – die Gesundheit in den Fokus stellen

Dass sich immer mehr Stars nicht nur zur gesunden Ernährung, sondern auch zum Tierschutz bekennen, liegt voll im Trend. Pamela Anderson bietet das beste Beispiel hierfür: Als Mitglied der Tierschutzorganisation PETA war sie in letzter Zeit häufig auf Plakaten und in Zeitungsanzeigen zu sehen, wo sie provokativ als sexy »Stück Fleisch« posierte.

Doch im Endeffekt spiegeln diese im Rampenlicht stehenden Personen nur wieder, was sich auch unter den »Normalos« abspielt: eine deutliche Bewegung hin zu bewussterem Nahrungsmittelkonsum, der das Leben von Tieren achtet und die menschliche Gesundheit in den Fokus setzt.

Krankheitsrisiken senken: Vegetarier leben meist gesünder!

Wer sich aus welcher Motivation auch immer für eine rein pflanzliche Kost entscheidet, senkt zahlreichen Studien zur Folge sein Herzinfarktrisiko und vermindert die Wahrscheinlichkeit, an nicht-insulinabhängigem Diabetes oder verschiedenen Krebsarten zu erkranken. Das Magenkrebsrisiko sinkt nach einer einschlägigen Oxford-Studie sogar um mehr als 70 Prozent! Doch diese positiven Gesundheitsaussichten beruhen nicht allein auf dem Fleischverzicht: Vegetarier tendieren insgesamt zu einer gesünderen Lebensweise, sie konsumieren häufig weder Zigaretten noch Alkohol und treiben relativ viel Sport.

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Bei ausgewogener Ernährung müssen Vegetarier keine Mangelversorgung befürchten, der Umstellungsprozess sollte so besonnen wie möglich erfolgen. Vielleicht steht zu Anfang auch nur ein teilweiser Fleischverzicht an, ganz allmählich lassen sich dann die wichtigen Inhaltsstoffe der Tierprodukte gezielt durch pflanzliche Lebensmittel ersetzen. So lernen Sie nicht nur die Zusammensetzung Ihrer Nahrung genauer kennen, sondern auch die Bedürfnisse Ihres Körpers!

 

Bildquellen: Pixabay

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