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Gestationsdiabetes - Schwangerschaftsdiabetes

Schwangerschaftsdiabetes ist weltweit im Vormarsch. In Österreich erkrankt jede zehnte Schwangere an der schweren Stoffwechselstörung. Meistens bildet sich die Krankheit nach der Geburt wieder zurück - aber nicht immer.

Bei 5 % der Mütter bleibt die Stoffwechselstörung nach der Entbindung bestehen, die restlichen 95 % haben zeitlebens ein erhöhtes Diabetes-Risiko: Die Hälfte davon erkrankt in den kommenden zehn Jahren. Die gute Nachricht: Wird die Erkrankung rechtzeitig erkannt und behandelt, ist das Risiko für Geburtskomplikationen nicht größer als bei Stoffwechselgesunden Frauen.

"Metabolic Programming": Angeboren, aber nicht vererbt!

Nicht nur Mütter mit Schwangerschaftsdiabetes, auch ihre Kinder leben mit dem Risiko, später daran zu erkranken. Man bezeichnet dieses Phänomen als "Metabolic Programming" zu deutsch "fetale Programmierung". Wie funktioniert diese Programmierung? Während sich das Ungeborene in der Gebärmutter entwickelt, ist dessen Bauchspeicheldrüse den Glukose- und Aminosäurespiegeln der Mutter ausgesetzt und stellt die Insulinproduktion darauf ein. Zusätzlich unterliegt die Insulinproduktion zentralnervösen Einflüssen. Während seiner "Programmierungsphase" ist das Gehirn des Ungeborenen - mütterlich bedingten - hohen oder niedrigen Insulinspiegeln ausgesetzt und wird von diesen reguliert.

Erhöhtes Diabetes-Risiko von Generation zu Generation

Untersuchungen zeigen, dass Kinder, die im Mutterleib in einem "diabetischen Milieu" aufwachsen - unabhängig von der genetischen Veranlagung - später ein vierfach erhöhtes Risiko für eine gestörte Glukosetoleranz aufweisen. Sie werden sozusagen im Mutterleib darauf "programmiert".

Diese Tatsache ist vor allem deshalb von großer Bedeutung, weil Schwangerschaftsdiabetes symptomlos verläuft und nicht immer erkannt wird. Der damit verbundene Teufelskreis ist die schwelende Gefahr für nachfolgende Generationen: Die Tochter einer Mutter mit Schwangerschaftsdiabetes trägt ein erhöhtes Risiko als Erwachsene selbst an gestörter Glukosetoleranz zu leiden, entwickelt in Folge mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls Schwangerschaftsdiabetes und erhöht somit für die nächste Generation das Diabetesrisiko. Über einen Zeitraum von mehreren Generationen entsteht ein Teufelskreis mit stetig steigendem Diabetes-Vorkommen. Daher sollte jede schwangere Frau ihren Blutzuckerwert kennen.

Gesunde Ernährung & Bewegung senken Diabetes-Risiko

Auf den ersten Blick erscheint die Krankheit mit der genetischen Veranlagung in Verbindung zu stehen, gegen die man keine Maßnahmen ergreifen kann. Mit dem Wissen um den Regelkreis der fetalen Programmierung sieht die Sache schon ganz anders aus: Gelingt es nämlich, Schwangerschaftsdiabetes in den Griff zu bekommen, sprich mütterliche Glukosetoleranz zu erkennen und adäquat zu behandeln, so fällt dieser Risikofaktor für das Kind gänzlich weg.

Es gibt effektive Möglichkeiten um der Gefahr vorzubeugen: Neben dem Vermeiden von Übergewicht, ist es vor allem ein aktiver Lebensstil, der hilft. Frauen, die im Jahr vor dem Eintritt der Schwangerschaft intensiv sportlich aktiv sind, haben ein um 81 % geringeres Risiko als Frauen, die sich sehr wenig bewegen. Moderates körperliches Training kann das Diabetes-Risiko immerhin um 60 % senken. Aber auch während der Schwangerschaft sollte für ausreichend Bewegung und eine gesunde Ernährung gesorgt werden.

 

Quelle: Pressemitteilung forum. ernährung heute, 4.42006