In welchen Lebensmitteln ist Zucker versteckt?

In diesem Abschnitt geht es um die Frage "In welchen Nahrungsmittel sind isolierte Zucker versteckt?"

Durchschnittlich nimmt ein deutscher Bundesbürger etwa 35 g Haushaltsstaubzucker (Saccharose) pro Jahr zu sich. Zusammen mit isoliertem Traubenzucker und Isoglucose kommt man auf eine durchschnittliche Tagesmenge von 110 g pro Tag.

Damit liefern isolierte Zucker etwa 11 % der Nahrungsenergie, was bei einem Anteil der Getreideprodukte von nur 22 % der Gesamtenergiezufuhr (und diese auch noch größtenteils als Auszugsmehl) eine ungünstige Relation ist. Umgerechnet ernährt sich damit jeder Bundesbürger über einen Monat im Jahr ausschließlich von isolierten Zuckern.

Versteckter Zucker - was ist das?

Etwa zwei Drittel der isolierten Zucker werden nicht direkt im Haushalt verwendet, sondern sind versteckt in süßen Getränken wie Limonaden, Cola-Getränken (ca. 12 % Zucker oder 60 Zuckerstücke pro Liter), Süßigkeiten, Gebäck, aber auch in Produkten wie Ketchup. Lesen Sie beim Einkauf die Zutatenliste - die genauen Mengen müssen nicht angegeben werden; doch Zutaten werden in absteigender Reihenfolge aufgelistet, an erster Stelle steht also die größte Zutat.

Isolierter (versteckter) Zucker wird unter verschiedenen Namen versteckt

Glucose (Traubenzucker, Dextrose), Saccharose (Haushaltszucker, Kristallzucker, Raffinadezucker), Fructose (Fruchtzucker), Maltose (Malzzucker), Rohrzucker, Isoglucose, „Sirupe“ aus den genannten Zuckern sowie aus Zuckerrüben und Früchten. Auch Honig besteht größtenteils aus Fructose und Saccharose.

Senken Sie Ihre persönliche Geschmacksschwelle für „süß“, indem Sie insgesamt weniger stark süßen.

Bitte bedenken Sie, dass „natürliche Süßungsmittel“ wie Honig, Fruchtdicksäfte, Vollrohrzucker, Ahornsirup etc. auch größtenteils aus isolierten Zuckern bestehen, also sparsam verwenden. Vorteil dieser Süßungsmittel ist der starke Eigengeschmack, der Überdosierungen vermeidet.

Wie kann man Heißhunger auf Süßes vermeiden?

Süßigkeiten sind oft Ersatz für Liebe und Zuwendung und „beruhigen“ nur vordergründig. Arbeiten Sie an den wahren Ursachen Ihres „Süßhungers“ und holen Sie sich bei Bedarf auch Hilfe.

Ernährungsphysiologisch können Ihnen aber folgende Empfehlungen weiterhelfen: Alle Formen von isoliertem Zucker führen nicht nur zu Karies, sondern auch zu einem schnellen Anstieg des Blutzuckerspiegels, der nach erfolgter Insulinausschüttung aber wieder drastisch abfällt. Schon bald haben sie wieder Hunger auf „süß“.

Diesen Teufelskreis können Sie nur durchbrechen, wenn Sie viel weniger Zucker essen. Auch möglichst in Verbindung mit Ballaststoffen und Stärke (z.B. Gemüse, Vollkornprodukte, Obst, Trockenfrüchte). Dies verhindert unerwünscht starke Blutzuckerschwankungen und versorgt Sie gleichzeitig mit den wichtigen Nährstoffen, die ansonsten bei isoliertem Zuckerkonsum fehlen.

Ist Süßstoff besser als Zucker?

Künstliche Süßstoffe liefern kaum Energie und wirken nicht kariogen (kariesfördend). Sie können also als Übergang verwendet werden, sie helfen aber keinesfalls die Geschmacksschwelle für „süß“ zu senken. Wir empfehlen Ihnen, lieber die Gesamtmenge an Süßigkeiten zu reduzieren, dann darf auch einmal ein gängiges Süßungsmittel verwendet werden.

 

Quelle: Vitatest
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