Kohlenhydrate - Funktionen im Körper

Die wichtigste Aufgabe bzw. Funktion der Kohlenhydrate ist die Bereitstellung von Energie für den Stoffwechsel. Manche Zellen können sogar nur aus Glucose Energie gewinnen, so zum Beispiel die Nervenzellen, die Blutzellen, die Nierenzellen und das Gehirn, das allein 120 – 140 g Glucose pro Tag benötigt.

Kohlenhydrate werden außerdem verwendet als Bestandteile der Zellmembranen des Bindegewebes und zur Biosynthese zahlreicher Verbindungen wie Ribose, Glycoproteine, Lipide und nicht essentielle Aminosäuren.

Wieviel Energie liefern Kohlenhydrate?

Ein Gramm Kohlenhydrate entspricht 4,1 kcal (17kJ). Das ist etwas so viel wie auch Eiweiß liefert. 1 g Fett enthält 9 kcal. Mengenmäßig gesehen sind Kohlenhydrate aber die bedeutendsten Energielieferanten.

Wieviel Kohlenhydrate können wir speichern?

Überschüssige Kohlenhydrate werden in der Leber als Glycogen gespeichert und können bei Bedarf an das Blut abgegeben werden, der Blutzuckerspiegel wird dadurch reguliert.

Auch in der Muskulatur wird Glycogen gespeichert, je nach Trainingszustand bis zu 200g. Zusammen mit den etwa 150 g Glycogen in der Leber sind das 300-400 g, das entspricht etwa dem Energiebedarf des Tages.

Wann werden Kohlenhydrate zu Fett umgewandelt?

Der Körper kann nicht viele Kohlenhydrate speichern. Glycogen dient zum Ausgleich kurzfristiger Defizite und sichert nur die Grundversorgung. Werden mehr Kohlenhydrate als nötig verzehrt, so werden sie in Fettsäuren umgewandelt und im Fettgewebe gespeichert.

Wichtig ist:
Kohlenhydrate können in Fett umgewandelt werden, Fett aber nicht in Kohlenhydrate. Deshalb ist eine regelmäßige tägliche Zufuhr von Kohlenhydraten für den Stoffwechsel am günstigsten.

Was passiert, wenn Kohlenhydrate in der Nahrung fehlen? (Kohlenhydrat Mangel)

Energie kann der Körper auch aus Eiweiß und Fett gewinnen, Kohlenhydrate sind also nicht essentiell (lebensnotwendig) wie diese beiden Nährstoffe.

Dennoch führt das Fehlen von Kohlenhydraten in der Nahrung zu unerwünschten Stoffwechselveränderungen und Störungen der Verdauung. Die von bestimmten Geweben dringend benötigte Glucose wird dann aus körpereigenen Vorstufen wie Aminosäuren (Eiweißbausteine), Laktat (Milchsäure) oder Glycerin gebildet. Das kann zu einer Beeinträchtigung der Eiweißsynthese führen.

Ferner können als Mangelerscheinung verminderte Glucosetoleranz, Hypoglycämie, Blutdruckabfall, starke Erhöhung der freien Fettsäuren im Blut (Übersäuerung), vermehrtes Auftreten von Ketonkörpern (Ketose), Störungen des Wasser- und Mineralstoffwechsels (erhöhte Ausscheidung), Muskel- und Konzentrationsschwäche (verminderte Leistungsfähigkeit) auftreten.

Zusätzlich führt der Minderverzehr bzw. Mangel an unverdaulichen Kohlenhydraten, der in Pflanzen vorkommenden Ballaststoffe zu Darmträgheit und Obstipation (Verstopfung) mit den entsprechenden negativen Auswirkungen.

Quelle: Vitatest