Cholesterin

Lange Zeit wurde das Blutfett Cholesterin als Ursache für Herzinfarkte verantwortlich gemacht. Butter, Eier, fettes Fleisch oder Schalentiere galten damit neben anderen Risikofaktoren wie Rauchen, Stress, Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Übergewicht, erhöhte Harnsäurewerte im Blut oder einer Häufung von Infarkten in der Familie als wesentliche Ursache von Herzinfarkt und Gefäßverschluss. Diese Erkrankungen sind in Österreich immerhin die Ursache für jeden zweiten Todesfall.

In jüngster Zeit wurde jedoch vielfach nachgewiesen, dass Cholesterin - ähnlich wie Vitamine - für den Körper unverzichtbar ist. Cholesterin ist ein Baustein aller Zellen und wirkt bei Beschädigungen einer Zellmembran oder der Innenwand eines Blutgefäßes etwa durch Viren oder hohen Blutdruck als "Reparaturband". Unser Körper bildet selbst täglich bis zu 5 g Cholesterin. Möglichst niedrige Blutfettwerte anzustreben ist demnach nicht nur unnötig, sondern möglicherweise sogar gesundheitsschädlich.

Gesamtwert ausschlaggebend
Der scheinbare Widerspruch zwischen diesen beiden Thesen läßt sich durch eine Unterteilung des Cholesterins aufklären. Im Körper zirkuliert ein "böses" LDL (Low Density Lipoprotein) und ein "gutes" HDL (High Density Lipoprotein).

HDL ist neben den Reparaturen auch für den Abtransport unerwünschter Blutfette wie des LDL zuständig. Je mehr der Körper also von dem HDL hat, desto besser ist es.

LDL hingegen setzt sich in den Blutgefäßen ab, führt zu Arterienverkalkung und kann schließlich den Verschluß eines Gefäßes und damit den Infarkt verursachen.

Ein mögliches Gesundheitsrisiko ergibt sich also erst aus dem Verhältnis dieser beiden Cholesterinfaktoren zueinander. Ausschlaggebend ist also nicht der absolute Cholesterinwert, sondern der Quotient aus dem Gesamtwert und dem "guten" HDL. "Der Quotient aus Gesamtcholesterin und HDL sollte im Idealfall unter vier liegen", empfiehlt Univ.-Prof. Dr. Helmut Sinzinger von der Universität Wien. Wird also ein angenommener Gesamtcholesterinwert von 240 mg/dl Blut durch einen HDL-Wert von 60 dividiert, erhält man den durchaus passablen Quotienten von 4. Ist der HDL-Wert jedoch kleiner als 60, ergibt der Quotient einen zu hohen Wert.

Jüngsten Forschungen zufolge ist die Behandlung mit cholesterinsenkenden Medikamente äußerst problematisch, weil die Reaktionen unterschiedlich, also auch mit unerwünschten Wirkungen, ausfallen können. Viel empfehlenswerter bei ungünstigen Cholesterinwerten ist daher eine Änderung des Lebensstils. Vor allem sollte der Zigarettenkonsum drastisch eingeschränkt und dafür viel Ausdauersport betrieben werden. Als sanfter und daher empfehlenswerter Cholesterinsenker gilt eine Ernährung, bei der Getreideprodukte, Obst und Gemüse, Kartoffeln, Hülsenfrüche sowie Milch und Milchprodukte auf dem Speiseplan stehen.

Quelle: forum. ernährung heute