Ayurveda Ernährung

Ayurveda Ernährung

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Bei der Ayurveda Ernährung handelt es sich genau genommen nicht um eine Diät im klassischen Sinn, sondern um eine Lebens- und Ernährungsart, die ganz bestimmten Regeln folgt. Diese Regeln sind aber so gestaltet, dass Sie eine nachhaltige Ernährungsumstellung mit sich bringen, die auch langfristig umsetzbar its.

Woher kommt Ayurveda?

Ayurveda stammt aus Indien und heißt wörtlich übersetzt Lebensweisheit oder Lebenswissenschaft. Zur ayurvedischen Heilkunde gehört auch eine spezielle Ernährungslehre, bei der sogenannte Doshas (= Lebensenergie) eine wichtige Rolle spielen. Doshas kann man in folgende ayurvedische Konstitutionstypen (die 5 Elemente) unterscheiden:

  • Vata-Typ = Mehrheit der Elemente Luft und Raum
  • Pitta-Typ = Mehrheit des Elementes Feuer
  • Kapha-Typ = Mehrheit der Elemente Wasser und Erde

Ayurveda Ernährungsempfehlungen 

Die drei Kräfte bestimmten die Gesundheit des Menschen. Es gibt daher für jeden Konstitutionstyp andere Ernährungsempfehlungen. Allgemeine Empfehlungen, die für alle gelten, sind:

  • nur bei Hunger essen
  • keine Zwischenmahlzeiten zu sich nehmen
  • die Hauptmahlzeit mittags einnehmen
  • nie in unruhiger Gemütsverfassung essen
  • mindestens drei Stunden Pause zwischen den Mahlzeiten einlegen
  • sich nicht völlig satt essen
  • frische Lebensmittel essen
  • Wasser (auch erwärmtes) und Kräutertee trinken
  • alle fünf Geschmacksrichtungen sollten in jeder Mahlzeit enthalten sein

Nahrung wird im Ayurveda als Information für die Doshas angesehen. Im Idealfall werden diese Informationen in Ojas umgewandelt, eine immaterielle feinstoffliche Substanz, die auch bei positiven Erlebnissen entsteht, so die Lehre. Ojas stärkt danach die Abwehrkräfte des Körpers und verbindet Körper und Geist. Voraussetzung für die Bildung von Ojas ist jedoch ein gutes „Verdauungsfeuer“, Agni genannt.

Dieses wird unter anderem beeinflusst durch die Qualität der Nahrungsmittel. Agni-Störungen äußern sich als Blähungen, Völlegefühl, Sodbrennen oder Heißhunger. Eine schlechte Verdauung erzeugt Mala (was man mit „Rückstände“ übersetzen kann) und Ama („Giftstoffe“), das sich angeblich im Körper ansammelt. Dadurch werde der Stoffwechsel beeinträchtigt. Aber auch auf der seelischen Ebene könnten durch „unverdaute“ Ereignisse und Probleme Mala und Ama entstehen.

Klassen von Nahrungsmitteln im Ayurveda

Nahrungsmittel werden grundsätzlich in 3 Klassen (Gunas) unterteilt:

  • Sattva-Guna:
    Nahrungsmittel wie Milchprodukte, Getreide, Früchte und Gemüse sind süß und saftig sowie ölig. Sie verlängern angeblich die Lebensdauer und steigern die Zufriedenheit.
  • Rajo-Guna:
    Zu bittere, sauere, salzige, scharfe, heiße oder trockene Nahrungsmittel erhitzen der Lehre zufolge Körper und Psyche durch Überstimulation und verursachen Aggressionen. U. a. zählen hierzu Chili, Zwiebel und Knoblauch.
  • Tamo-Guna:
    Fleisch, Fisch und Geflügel entziehen dem Körper bei der Verdauung angeblich viel Energie und könnten Schmerzen sowie ein schlechtes Karma und Krankheiten verursachen.

Ayurveda & ausgewogene Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung im Sinne von Ayurveda wird als sattvisch bezeichnet. Empfohlen werden generell gekochte Milch, Reis, Ghee (= geklärte Butter), Sesam, Obst und Süßspeisen. Möglichst vermieden werden sollen Fleisch, Fisch, Eier, Käse, Honig (wegen schlechter Verdaulichkeit), Konserven, Tiefkühlkost sowie fette Speisen. Die ayurvedische Ernährung ist also weitgehend vegetarisch. Alkohol, Kaffee, Getränke mit Kohlensäure und Kakao werden abgelehnt.

Darüber hinaus gibt es spezielle Empfehlungen für die einzelnen Dosha-Typen:

  • Vata-Typen
    neigen angeblich zu Verdauungsstörungen und sollen daher gekochte und leicht verdauliche Kost bevorzugen. Die Mahlzeiten sollten warm sein und etwas Fett enthalten. Die empfohlenen Geschmacksrichtungen sind salzig, sauer und süß.
  • Pitta-Typen
    haben laut Ayurveda ein starkes „Verdauungsfeuer“; sie können kalte und warme Speisen zu sich nehmen, von mittelschwerer Konsistenz. Ihre Geschmacksrichtungen sind bitter, süß und herb.
  • Kapha-Typen
    sollten nur mäßig gegarte warme Speisen essen, viel frisches Obst und Gemüse. Die Geschmacksrichtungen sind scharf, bitter und herb.
    Für Kinder wird die Ernährung der Kapha-Typen empfohlen.

Bei Übergewichtigen ist meist der Kapha-Typ zu stark ausgeprägt. Entschlackungskuren, Fastentage und Ganzkörpermassagen sollen Ama abbauen. Die Ayurveda-Kur wird meist mit Yoga- und Meditationsübungen ergänzt.

Bei der Ayurveda Diät gibt es jedoch keine strengen Dogmen. Vorrangig ist, dass man mit der Nahrungsaufnahme das Gleichgewicht von Körper, Geist und Seele herstellt und man die Mahlzeiten genießt.

Positive Aspekte

  • Ayurveda beinhaltet körperliche und geistige Übungen und arbeitet mit vielen köstlichen und exotischen Rezepten.
  • Hoher Rohkostanteil, daher Deckung von Ballaststoff-, Vitamin- und Mineralstoffzufuhr
  • Prinzipiell schadet die Diät nicht – sie ist eher ein Einstieg in eine neue Lebensphilosophie und gleichzeitig kann man Entspannung durch Massagen usw. erfahren.

Negative Aspekte

  • Man muss sich mit der Thematik stark auseinandersetzen, damit die Umsetzung funktioniert
  • Die Ayurveda-Ernährung ist nicht wissenschaftlich belegt
  • Manche Ayurveda Ratgeber verbreiten die Falschaussage, dass Ghee (Butterfett) kein Cholesterin enthält, was schlichtweg nicht stimmt.
  • Auch andere Behauptungen sind aus medizinischer Sicht ein Unsinn, z.B. dass der Körper Rohkost nicht verwerten kann oder dass Obst über Nacht im Verdauungstrakt gärt.

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Bild: Ayurveda Healing herbs, fruits and flowers deco © Aleksandar Todorovic | Dreamstime.com